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Nachdem das Lied verklungen war, begann John wieder zu sprechen.
Liebe Anwesenden, Heute vor vielen Jahren, im alten Griechenland, wurde in der Stadt Stageira ein Junge geboren, der Aristoteles genannt wurde. Im Alter von fünf Jahren besuchte er einen Tempel des "gottes" Apollon und als ein Blitz dort einschlug, hörte der Knabe eine Stimme in seinem Geiste, die da sprach: „Dies ist, was meine Macht für diejenigen Götzen bereit hält, die sich wie Götter ehren lassen. Suche den einen Gott, suche die Wahrheit und die Schönheit, denn eines Tages wird er kommen und alles wiederherstellen.“
Und seid dieser Zeit war der Junge auf der Suche nach der Wahrheit, schon früh begann er, die Erwachsenen mit Fragen zu befeuern, denn seine Wissbegier kannte keine Grenzen. Als junger Mann wuchs seine Weisheit und sein Intellekt rasch so das er bald an der Philosophenschule in Athen angenomme nwurde, und als erselbst seinen berühmten Lehrer Platon überflügelte, gründete er seine eigene Akademie, in der er im Laufe seines Lebens die Gesetze Gottes erkannte, wie der Mensch leben müsse. Er erkannte die Wahrheiten über das Leben und über Gott.
Ich möchte Euch ein Beispiel seiner Denkkraft aus dem Buch der Tugenden zitieren.
John öffnete das Buch, das vor ihm auf dem Altar lag, an der vorher markierten Seite und begann mit sicherer Stimme zu lesen:
Aristoteles wanderte in Attika, als er einem entfernten Verwandten, der in Theben lebte, einen Besuchabstattete. Er war allein und hatte die Verantwortung für seine Schule seinen besten Schülern übertragen. Aber an einer Weggabelung irrte er sich im Weg, und statt wieder ins Flachland und zur Stadt hinunter zu gehen, bestieg er die Hügel. Nach zwei Stunden des Marsches wurde er sich seines Irrtums bewußt und erblickte plötzlich eine einsame Behausung. Er beschloß, dorthin zu gehen, um für den weiter zu folgenden Weg um Rat zu fragen. Als er nach und nach näher kam, bemerkte er, daß das, was von weitem wie ein Haus ausgesehen hatte, nur eine üble, an den Felsen angelehnte Hütte war, die grob den Zugang zu einer Höhle verdeckte. Er klopfte an der Tür, und man öffnete ihm. Der alte Mann war kaum und nur in Lumpen gekleidet. Er war abgemagert und struppig. Aristoteles: „Guten Tag, alter Mann. Ich habe mich verlaufen und suche den Weg nach Megara.“ Eremit: „Du wirst verloren sein, wenn du dorthin gehst.“ Aristoteles: „Ich habe keine Erinnerung daran, daß die Stadt oder ihre Umgebung zu diesem Zeitpunkt von Räubern bevölkert sei.“ Eremit: „Wer hat Dir denn etwas von Räubern erzählt? Sie ist von Menschen bevölkert. Das ist wohl bereits gefährlich genug.“ Da verstand Aristoteles, daß er es mit einem Eremiten zu tun hatte. Aristoteles: „Sage mir, bist Du glücklich?“ Eremit: „Ob ich glücklich bin? Und wie! Ich habe alles, was ich benötige: Das Wasser des Flusses, Oliven, einen kleinen Garten. Und da ich mit meinen Händen nicht ungewandt bin, stelle ich her, was ich benötige. Ich brauche nichts und niemanden. Ich bin vollkommen glücklich.“ Aristoteles: „Ein Mensch kann mit einem solchen Leben nicht zufrieden sein. Oder er ist nicht vollkommen menschlich.“ Eremit: „Dummes Zeug! Ich bin der beste Mensch.“ Aristoteles: „Woher weißt Du das, der Du die anderen nicht kennst? Mensch zu sein, das ist nach der Tugend zu leben. Und die Tugend ist eine praktische Erfahrung, die man nur zusammen mit anderen zum Ausdruck bringen kann. Du lebst natürlich, aber Du praktizierst keine Tugend, da es niemanden gibt, mit dem Du sie ausüben könntest. Du lebst wie ein Bär, unabhängig. Aber hat man schon einen Bären eine Tugend beweisen gesehen? Du bist kein glücklicher Mann, weil Du noch nicht einmal ein Mensch bist. Ein Mensch hat Freunde; wo sind Deine?“ Eremit: „Meine Freunde sind die Natur, meine Oliven, mein Gemüse.“ Aristoteles: „Eine wirkliche Freundschaft ergibt sich unter Gleichen. Du bist also einer Olive gleich: gepflanzt und unbeweglich. Du überlebst am Rande der Stadt, statt an ihr teilzuhaben, wie es jeder wahrhaftige Mensch tut. Ich werde Dich also Wurzeln schlagen lassen. Adieu!“ Also machte sich Aristoteles wieder auf den Weg und stieg nach Megara hinab.
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