Nele schlenderte müde vom Unterrichtsraum zu ihrem Zimmer. Aber bevor sie schlafen geht, wollte sie noch in die Kapelle gehen. Sie öffnete die schwere Türe, trat ein und setzte sich auf einen der Bänke. Gedanklich ging sie die letzte Zeit noch einmal durch...ihre Ankunft im Orden, die herzliche Aufnahme, den anstrengenden doch sehr interessanten Unterricht von Lav. Bisher hatte sie keine Zeit sich darüber Gedanken zu machen, ob das ihr Weg ist. Nickend lächelt sie in sich hinein...ja dieses war ihr Weg. Sie war sich sehr sicher. Die Münchner faltete ihre Hände zum Gebet, schloß die Augen, denn so fühlte sie sich dem Herrn näher und sprach,
"Herr, ich danke dir, daß du mir meinen Weg gewiesen hast...ich danke dir für all das Glück das ich erfahren habe und für die Freunde die ich gefunden habe
Nach ihren Worten stand sie auf, knickste kurz vor dem Altar und verließ die Kapelle um sich in ihr Zimmer zurückzuziehen.
Ein wenig erschöpft kam Lena von ihrem Ausflug zurück. Die gesammelten Pflanzen hatte sie vorher in ihr Zimmer gebracht, wo sie jetzt langsam trocknen konnten. Leise betrat sie die Kapelle und betrachtete die Zeichnungen an den Wänden. Sie kniete nieder und schlug sich das Kreuz auf die Brust. Langsam stand sie wieder auf und schritt ehrfürchtig vor zum Altar, wo sie sich wieder hin kniete und die die Hände faltete. Leise begann sie zu beten "Pater noster qui es is coelis sanctificetur nomen tuum, adveniat regnum tuum, fiat voluntas tua sicut in coelo et in terra. Panem nostrum quotidianum da nobis hodie, et dimitte nobis debita nostra sicut et nos dimittimus debitoribus nostris. Et ne nos inducas in tentationem sed libera nos a malo. " Eine ganze Weile blieb sie noch so und betete für die verstorbenen Seelen all derer, die sie begleitet hatte bis sich der Brustkorb das letzte Mal hob, all derer, die in und nach den Schlachten gestorben waren und die Bekannten aus ihrer Heimat. Sie versuchte sich die Tränen zu unterdrücken, doch es gelang ihr nicht, einige bahnten sich ihren Weg über ihre Wangen gen Boden. Langsam stand sie wieder auf und drehte sich um. Sie wollte noch nicht gehen, sodass sie sich auf eine der vorderen Kirchenbänke setzte und auf den Altar blickte. Dabei ging ihr einiges durch den Kopf und nur wer sie kannte wusste, was sie in den letzten Tagen hat durchmachen müssen.
Den Kopf voller Gedanken - wo sie hin sollte oder ob es doch Zeit war für immer zu gehen - hatte Kaori beschlossen sich in die Ruhe und Geborgenheit der Kapelle zu begeben. Sie schloss leise das Portal hinter sich und blickte nach vorne in den Altarraum, atmete tief ein und aus und schritt bedächtig nach vorne. Es war ihr immer etwas unheimlich, gerade wenn sie alleine hier war. Die Kapelle war ein heiliger Ort, er strahlte eine gewisse Macht aus, die ihr nicht greifbar und begreiflich war. Sie setzte sich in eine der Bänke, faltete die Hände im Schoß und starrte nach vorne ..
Dairean zog an der Kapellentuer ihr kam sie so schwer vor, oder war sie einfach nur sehr geschwaecht, sie wusste es nicht. Nach einigen Versuchen klappte es und sie stand im Mittelgang und ging auf den Altar zu als sie jemanden sitzen sah die nach vorne blickte, Dairean ging weiter um zu sehen wer dort saß und als sie erkannte, konnte sie nur noch auf sie zugehen und sie in ihre Arme schließen, nach all dem Schmerz, schien der Herr ihr doch was wiedergeben zu wollen...still sprach sie nur den Namen ihrer Freundin. ''Kao...'' und hielt sie fest.
Sie wusste nicht ob sie laut oder leise sprechen sollte, entschied' sie sich also für die Stille. Sprach zum Herrn ohne die Worte aus sich herauszulassen. Verwirrt war sie, konnte immer noch keinen klaren Gedanken fassen und sie hoffte so sehr, dass der Herr ihr dabei helfen könnte. Kaori hörte zwar wie jemand die Tür öffnete, und diese auch wieder ins Schloss zurückfiel, doch sie untersagte es sich, sich umzudrehen um zu sehen. Vielleicht würde ihr stilles Gespräch abreißen, dann käme sie wieder nicht weiter. So widmete sie sich wieder mehr dem Gedanken an ihre Freunde, leise waren die Schritte zu hören, welche den Gang nach vorne kamen. Sie seufzte leise, der Gedanke ihre Freunde - welche sie hier gewonnen hatte - zu verlieren missfiel ihr, als sich plötzlich Arme um sie schlange. Ein Zucken vor Schreck durchfuhr Kaoris Körper, ehe sie ihren Namen vernahm und Dairean erkannte. "Dai!", sie schrie es fast und schlang ebenfalls die Arme um den zierlichen Körper der Freundin, vergrub das Gesicht im Haar und an der Schulter.
''Endlich, endlich bist Du da,...'' fluesterte sie leise und zog sie fester an sich. ''Du hast mir so gefehlt, ich hab Dich sehr vermisst...geht es Dir gut, ist alles ganz...?'' frug sie und nahm Kao bei ihren Schultern um sie an zu sehen. Ja, alles dran dachte sie und hob kurz die Arme von Kao um sich zu versichern das es ihr gut ging. Niemals wuerde sie Kao gehen lassen, dieses mal wuerde sie mehr um sie kaempfen, viel mehr. Kao liebte sie ganz fest. ''Endlich.'' fluesterte sie erneut und drueckte sie wieder vorsichtig an sich.
Kaori's Augen glänzten verdächtig doch brachte Dairean mit ihrer Stippvisite - ob alles ganz sei - zum Lachen ... Waren es eher Freudentränen und sie drückte Dai wieder fest an dich. "Ich bin froh dich zu sehen ... Wusste nicht, wo ich zuerst hinsollte, deshalb bin ich hier.", nuschelte sie fast und wischte sich mit einer Hand umständlich die Tränen trocken.
"Tut mir leid, dass ich so lang' weg war.", sie drückte der Freundin einen Kuss auf die Wange.
Dann brach es auch aus Dairean heraus...''Es kam mir vor als sei es ein ganzes Leben, es passierte soviel und Du warst nicht greifbar, ich kann doch nur mit Dir reden...ich fuehlte mich so alleine, und Lav ja wir beide und jetzt ist alles wieder gut, ja? Du gehst nie mehr weg...'' weinte sie bitterlich und auch vor Erleichterung, jetzt konnte sie sie sein weinen weil Kao da war mit Kao und Lav zusammen ueber den Tod des Vaters sprechen, sie stand nicht mehr halb da, sie hatte die Freundinnen und die Familie, endlich.
Entsetzt über den plötzlichen Gefühlsausbruch der Freundin packte sie das schlechte Gewissen. Hatte sie sich kurz aufgerichtet um Dairean zuzuhören so zog sie diese jetzt gleich wieder an sich und strich ihr beruhigend über das Haar. "Ist schon gut ... lass' es raus ...", sie meinte, dass alles zu lange in der Ritterin aufgestaut gewesen war. Viele Eindrücke ... denn Dai beobachtete viel, doch sprach selten darüber. Sie schickte einen dankbaren Blick gen Himmel - jetzt war sie angekommen ...
Dairean vegrub ihr Gesicht an der Schulter der Freundin und weinte richtig feste. Sie entspannte sich zusehends und weinte bitterlich wie ein riesiger Felsen fiel es von ihr ab. So froh war sie. Endlich, endlich konnte sie weinen.